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Studie: Gewinner bei CO2-Steuer wären Stadtbewohner und Familien

Nachteile für Landbewohner und Besitzer von Ölheizungen

Von einer CO2-Steuer, wie sie derzeit diskutiert wird, würden nach Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts RWI insbesondere Stadtbewohner und Familien profitieren. Schlechter würden der Studie des als wirtschaftsnah geltenden Instituts zufolge dagegen Landbewohner und Besitzer von Ölheizungen abschneiden, wie die Wochenzeitung "Die Zeit" am Mittwoch berichtete. Eine CO2-Steuer würde auf den Ausstoß von Kohlendioxid erhoben, um Anreize für mehr Klimaschutz zu geben.

Eine Familie mit zwei Kindern, die in einer Wohnung in der Stadt lebt, nur wenig Auto fährt und mit Gas heizt, hätte laut RWI 88 Euro mehr im Jahr zur Verfügung als heute. Heizt sie mit einer modernen Wärmepumpe, hätte sie jährlich sogar 157 Euro mehr. Ausgegangen wurde dabei von einem moderaten Einstiegspreis von 20 Euro pro Tonne CO2.

Bei diesem Szenario würde laut RWI dagegen ein Single, der seine Wohnung mit Öl heizt und oft mit einem Benziner unterwegs ist, 117 Euro im Jahr draufzahlen. Welches Modell einer CO2-Steuer beziehungsweise damit verbundener Kompensationen RWI für seine Berechnungen zugrundelegt, ging aus dem Bericht nicht hervor.

Sollte der Preis pro Tonne CO2 auf die von der Fridays-for-Future-Bewegung geforderten 180 Euro steigen, würden sich die genannten Beträge demnach jeweils deutlich erhöhen. Ein Plus von bis zu 1417 Euro ermitteln die RWI-Forscher in diesem Szenario für die Familie in der Stadt mit geringem Energieverbrauch, für den weniger sparsamen Single auf dem Land ergebe sich ein Minus von 1051 Euro.

"Die Leidtragenden sind insbesondere diejenigen mit einer Ölheizung", sagte RWI-Forscher Manuel Frondel der "Zeit". Diese Heizungen seien jedoch in ländlichen Regionen fast dreimal so häufig wie in der Stadt. Frondel äußerte auch die Befürchtung, dass bei einer CO2-Steuer Mieter "auf den Kosten sitzen" blieben und dass deren Steuerungswirkung insgesamt gering bliebe.

Die Einführung einer CO2-Steuer ist in der Koalition umstritten. Während sich Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) dafür offen zeigt, wird sie in CDU und CSU überwiegend abgelehnt. Tatsächliche Vor- und Nachteile für Steuerzahler würden stark von der Ausgestaltung einer solchen Steuer oder Abgabe abhängen, für die es unterschiedliche Modelle gibt. 

Gemeinsam ist den meisten Ansätzen, dass die Steuerzahler insgesamt nicht mehr belastet werden, sondern zusätzliche Einnahmen in irgendeiner Form an sie zurückgegeben werden sollen. Auch dafür gibt es aber unterschiedliche Vorschläge.