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Finanzämter arbeiten schneller

Berliner Ämter am fixesten bei Bearbeitung von Steuererklärungen

Die Finanzämter in Deutschland bearbeiten Steuererklärungen in insgesamt immer kürzerer Zeit. Das berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine Auswertung von mehr als 300.000 Steuererklärungen, die über das Onlineportal Lohnsteuer-kompakt.de eingereicht wurden. Zwischen Versand der Steuererklärung und Erhalt des Steuerbescheids vergingen danach im vergangenen Jahr im Durchschnitt 49 Tage. Das sind vier Tage weniger als noch 2020.

Damals musste jeder Steuerpflichtige durchschnittlich 53 Tage warten. 2019 dauerte es noch 55 Tage. Im Vergleich der Bundesländer wird aktuell am zügigsten in den Berliner Finanzämtern mit durchschnittlich 43 Tagen gearbeitet. In Bremen, Thüringen und Brandenburg dauert es mit im Durchschnitt 56 Tage am längsten.

Im Einzelnen ist die Spanne zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Finanzamt demnach mit 51 Tagen enorm - das sind mehr als sieben Wochen. Im schnellsten Finanzamt im nordrhein-westfälischen Warburg lag die durchschnittliche Bearbeitungszeit im Vorjahr bei 32 Tagen. Am Ende der Rangliste stand das Finanzamt Mannheim-Neckarstadt mit einer Durchschnittsdauer von 83 Tagen.

In die Messung gingen bundesweit all jene Finanzämter ein, bei denen mindestens 50 Erklärungen eingereicht wurden. Das waren 502. Insgesamt gibt es in Deutschland knapp 550 Finanzämter. Die schnelleren Bearbeitungszeiten werden in erster Linie auf Fortschritte bei der Digitalisierung zurückgeführt. Jahr für Jahr werden mehr Steuererklärungen am Computer bearbeitet, ohne dass noch einmal ein Finanzbeamter die Angaben prüft. 2020 wurden elf Prozent der insgesamt mehr als 20 Millionen Steuererklärungen automatisch bearbeitet.

Die Deutsche Steuergewerkschaft sieht weiteres Verbesserungspotenzial vor allem in einer Vereinfachung des Steuerrechts. Höhere Freibeträge und Pauschalen würden den Aufwand in den Finanzämtern noch einmal reduzieren, sagte der Bundesvorsitzende Thomas Eigenthaler der "WamS". Mehr Einzelfallprüfungen könnten dadurch entfallen, und die Bearbeitungszeit würde weiter sinken.