Aktuelles

Nachfolgend informieren wir Sie über Wissenswertes und Neues aus dem Wirtschafts- und Steuerrecht. Wenn Sie Fragen zu diesen oder anderen Themen haben, schreiben Sie uns oder vereinbaren Sie bitte einen Besprechungstermin mit uns.

 



Wirtschaftsweise Grimm für Abschaffung von Dienstwagenprivileg

Subvention beträgt laut Umweltbundesamt drei bis fünf Milliarden Euro pro Jahr

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm und der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Dirk Messner, haben sich für ein Ende der Vorteile bei der Dienstwagenbesteuerung ausgesprochen. Grimm sagte dem "Handelsblatt" vom Mittwoch: "Es ist überfällig, klimaschädliche Subventionen konsequent abzubauen. Das stärkt automatisch die Anreize, Klimaschutz zu betreiben und schafft zugleich für den Staat Spielräume für klimafreundliche Investitionen."

Die Wirtschaftsweise nannte als weitere Möglichkeiten, die Pendlerpauschale neu zu denken, die Förderung von Regionalflughäfen zu reduzieren oder die Mehrwertsteuer für Fleisch auf den regulären Satz anzuheben.

UBA-Präsident Messner kritisierte ebenfalls die Klimaschädlichkeit der Subvention. "Denn die niedrige pauschale Besteuerung von Dienstwagen begünstigt es, privat das Dienstauto als Verkehrsmittel zu nutzen, obwohl es umweltfreundliche Alternativen gibt", sagte er dem "Handelsblatt". Teilweise würden den Beschäftigten neben dem Dienstwagen auch Kraftstoffe kostenfrei zur Verfügung gestellt, so dass ein zusätzlicher Anreiz bestehe, mit dem Dienstwagen zu fahren. 

Laut Berechnungen der Behörde beträgt das jährliche Subventionsvolumen mindestens 3,1 Milliarden Euro, weniger konservative Schätzungen kämen auf mehr als fünf Milliarden Euro. Das Dienstwagenprivileg sei auch "ein besonders offensichtlicher Fall von sozialer Ungerechtigkeit", sagte Messner weiter. Der weitaus größte Teil der privat genutzten Dienstwagen entfalle auf Bezieher hoher Einkommen, so dass nur ein kleiner, ohnehin finanziell besser gestellter Teil der Bevölkerung davon profitiere. 

Grimm erwartet kontroverse Diskussionen über die Dienstwagenbesteuerung, weil die Autolobby "besonders stark aufgestellt" sei, wie sie der Zeitung sagte. Diesen Konflikten müsse man sich aber stellen. "Denn die Anpassung nicht mehr zeitgemäßer Regelungen birgt immer auch Chancen ? ganz offensichtlich für den Klimaschutz, aber auch mit Blick auf unsere Innovationskraft."